Seborrhoisches Ekzem

Das seborrhoische Ekzem ist eine häufige Dermatose, die sich meist in Form chronisch-rezidivierender Ekzeme zeigt. Dabei treten Rötungen und Schuppungen in den seborrhoischen Arealen (Bereiche mit erhöhter Talgproduktion: Gesicht, Kapillitium, Brust, Rücken) auf.

 

Inhalt auf einen Blick:

  • Epidemiologie und Klassifikation
  • Pathogenese und Genetik
  • Klinik und Diagnostik
  • Therapie
  • Quellen

 

EPIDEMIOLOGIE UND KLASSIFIKATION

Das seborrhoische Ekzem tritt häufig bei Säuglingen und Erwachsenen auf. Es kann sich in einer milden bis hin zu einer stark ausgeprägten Form präsentieren. Im Erwachsenenalter sind vor allem Männer im 4. bis 6. Lebensjahrzehnt betroffen. 

 

PATHOGENESE UND GENETIK

Die Pathogenese des seborrhoischen Ekzems ist bisher nicht ganz geklärt. Man geht davon aus, dass lipophile Hefepilze (z. B. Pityrosporum ovale) zur Ausbildung dieser Ekzemform beitragen. Durch deren Vermehrung und Freisetzung von Entzündungsmediatoren können bei prädisponierten Patienten Entzündungsreaktionen ausgelöst werden.

 

KLINIK UND DIAGNOSTIK


Bei Säuglingen präsentiert sich das seborrhoische Ekzem typischerweise mit fettig wirkenden, gelblichen Krusten im Kapillitium, hinter den Ohren oder im Bereich der Augenbrauen. Seltener sind auch die Nasolabialfalte und die Wangen betroffen. Zudem treten möglicherweise trockene Schuppungen in Hautfalten und am Stamm auf. Bei erwachsenen Patienten treten im Gesicht (Nasolabialfalte, Augenbrauen, Stirn), am Stamm und im Kapillitium scharf begrenzte Erythreme mit gelblichen Schuppungen auf. Juckreiz und die starken Zeichen einer Entzündung liegen in der Regel nicht vor.


Diagnose

Die Diagnose kann alleine klinisch erfolgen, Labor- oder Histologietests liegen derzeit nicht vor. Bei Säuglingen ähnelt das seborrhoische Ekzem dem atopischen Ekzem und Milchschorf. Das atopische Ekzem entwickelt sich jedoch häufig erst später, während das seborrhoische Ekzem bereits in den ersten drei Monaten auftreten kann. Auch die Windeldermatitis sollte in die Differentialdiagnose mit einbezogen werden. Die Diagnose seborrhoisches Ekzem wird im Allgemeinen bei Säuglingen vermutlich zu häufig gestellt. Im Erwachsenenalter sollten in der Differentialdiagnose Psoriasis, andere Ekzemformen (toxisches Ekzem und atopisches Ekzem) und Tinea ausgeschlossen werden.  Gegebenenfalls kann es auch aufgrund einer Immunsuppression, z. B. im Rahmen einer HIV-Infektion, zur Ausbildung eines seborrhoischen Ekzems kommen.

 

THERAPIE

Bei Säuglingen wird zunächst auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und einen häufigen Wäschewechsel geachtet. Trockene Krusten können mit Ölen behandelt werden. Zudem werden Gerbstoffe und bei einer stärkeren Ausprägung kurzfristig auch Cortisonpräparate eingesetzt. Erwachsene sollten antimykotische Shampoos und Cremes benutzen. Bei stärkerer Ausprägung kommen kurzfristig zusätzlich topische Glukokortikoide oder Calcineurin-Inhibitoren zum Einsatz. Bei starker Schuppung finden salicylsäurehaltige Cremes und Öle Anwendung.

 

Quellen

  1. Sterry W; Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, 2. Auflage. 2018.